Schön die eigenen Spezialfähigkeiten nutzen: Nur gemeinsam ist man stark in Ubisofts «Rainbox Six Extraction». (Urheber/Quelle/Verbreiter: Ubisoft/dpa-tmn)

Allein die Welt retten, ist eine einsame Angelegenheit. Da ist es doch schön, wenn sich die Last auf mehrere Schultern verteilt.

Kooperative Videospiele lassen sich bequem von der Couch auf einem Bildschirm oder über das Internet spielen. Alleingänge gibt es nicht. Stattdessen Teamplay und eine Menge Spaß. In unserer Auswahl ist für alle etwas dabei – vom Taktik-Tüftler bis zum Partykoch.

Rainbow Six Extraction

Ubisoft mixt in «Rainbow Six Extraction» Horror mit Taktik. Nachdem Aliens auf der Erde gelandet sind, muss eine Handvoll Elitesoldaten ihnen den Garaus machen. Mehr Story gibt es nicht, «Extraction» konzentriert sich ganz auf die anspruchsvollen Kämpfe in engen Räumen und dunklen Ecken.

Bis zu drei Spieler und Spielerinnen ziehen gegen die computergesteuerten Aliens in den Kampf. Statt wilder Balleraction aus der Ego-Perspektive steht die Taktik im Vordergrund. Meist kriechen die Spieler vorsichtig in der Hocke durch die Gänge, scannen die Umgebung und nähern sich nur langsam ihrem Ziel.

Die Aufgaben sind abwechslungsreich: Manchmal müssen sie besonders starke Gegner ausschalten, Alien-Nester vernichten oder Gefangene befreien.

Jedes Teammitglied hat unterschiedliche Fähigkeiten wie eine Heilpistole oder steuert Drohnen, um die Umgebung zu scannen. Die Kombination der einzelnen Spielerklassen fördert das Teamplay, denn niemand ist allmächtig und kann sich als «Rambo» durch die Alien-Meute ballern.

«Rainbow Six: Extraction» ist kein Spiel für Hitzköpfe. In den höheren Schwierigkeitsgraden sorgt jede Aktion für Nervenkitzel, weil schon hinter der nächsten Ecke der virtuelle Tod lauern kann. Sind die Aliens nämlich einmal aufgeschreckt, ist die Mission schnell vorbei. Im Prinzip kann ein Spieler auch allein losziehen, aber erst im Team entfaltet «Rainbow Six: Extraction» unzählige taktische Möglichkeiten für wochenlangen Spielspaß.

Spielenswert weil: Kaum ein anderes Spiel verbindet anspruchsvolle Kämpfe und Gruselmomente so gut wie «Rainbow Six Extraction». Teamarbeit ist hier alles, denn wer nur allein loszieht, endet schnell als Monsterfutter.

«Rainbow Six Extraction», Ubisoft, für Xbox One/Series, PS4/5, PC, Google Stadia, USK ab 16.

It Takes Two

In «It Takes Two» vom Entwicklerstudio Hazelight gerät das streitlustige Ehepaar May und Cody auf Abwege. Versehentlich verzaubert von der eigenen Tochter verwandeln sie sich in Miniatur-Puppen. Plötzlich erwachen Spielzeuge zum Leben und Bienen werden zu tödlichen Riesenmonstern.

Bis sich das Paar wieder versöhnt und ihre Tochter in die Arme schließt, müssen die beiden zahlreiche Abenteuer in Haus und Garten bestehen. Ein allwissendes lebendiges Buch spielt dabei eine wichtige Rolle. «It Takes Two» ist das ideale Pärchen-Spiel: herzlich, witzig und ein bisschen verrückt.

Als May und Cody stellen sich Spieler und Spielerinnen einem Mix aus Action, Rätseln und Geschicklichkeitstests. Im geteilten Bildschirm klettern sie Buchberge hinauf, gleiten an Spielzeugeisenbahnen entlang und landen sogar in einer Art Cyberspace. Jeder Abschnitt bietet neue Welten und abwechslungsreiche Herausforderungen. Jedes Mal müssen die beiden ihre Fähigkeiten kombinieren, um weiterzukommen.

Das prachtvoll inszenierte Abenteuer schafft sogar die Gratwanderung zwischen ernstem Familiendrama und aberwitziger Komödie. Wie sich May und Cody gemeinsam ins Chaos stürzen, sich streiten und sich am Ende versöhnen, könnte auch der Stoff für einen Spielfilm sein. Das dürfte einer der Gründe sein, warum «It Takes Two» gleich mehrere Preise eingeheimst hat.

Spielenswert weil: Der originelle Mix aus abwechslungsreichen Spielaufgaben und zu Herzen gehender Story unterhält von der ersten bis zur letzten Minute. Inszenierung und Geschichte wecken Erinnerung an Filme wie «Toy Story».

«It Takes Two», Hazelight Studios, Electronic Arts, für Xbox One/Series, PS4/5, PC, USK ab 12.

Overcooked

Löffel raus und den Herd angeheizt! Im Geschicklichkeitsspiel «Overcooked» von Overtown Games werden Spieler und Spielerinnen zum Küchenchef. In der Vogelperspektive schnippeln und kochen sie als knuddelige Comic-Figuren um die Wette. Durchatmen? Ein Päuschen machen und faul in der Ecke abhängen? Gibt’s nicht.

Nur wer unter Zeitdruck jeden Arbeitsschritt perfekt ausführt, wird mit ordentlich Punkten belohnt. Da ist Partystimmung garantiert. Eine Internetverbindung ist nicht nötig, denn «Overcooked» kann bequem von der Couch auf einem Bildschirm gespielt werden. Overtown Games hat ein chaotisches wie spaßiges Küchenabenteuer für bis zu vier Spieler geschaffen.

Anfangs ist das Zubereiten von Suppen oder Burgern noch simpel, aber der Teufel steckt im Detail. Wer nämlich einmal nicht die richtige Reihenfolge einhält, sorgt für ordentlich Chaos im ansonsten gut geölten Küchenbetrieb. Hindernisse wie Lastwagen oder bewegliche Untergründe erschweren das Ganze in den rund 30 Leveln.

Die Höhepunkte sind absurd-komische Bosskämpfe, in dem die edlen Küchenchefs die Welt retten müssen. Eine realitätsnahe Küchensimulation sollte niemand erwarten. In «Overcooked» steht der Spaß im Mittelpunkt.

Das Konzept war so erfolgreich, dass inzwischen eine Fortsetzung erschienen ist. Neben neuen Levels unterstützt diese zusätzlich Online-Partien zwischen den zahlreichen Fans. Die «All You Can Eat»-Edition enthält das Komplett-Menu: Teil 1 und 2 für PS5 und Xbox Series hübsch aufpoliert. Mit der neuen Crossplay-Funktion können Spieler unterschiedlicher Spieleplattformen zusammen loslegen.

Spielenswert weil: In der chaotischen Haute Cuisine von «Overcooked» geht es lautstark zu. Allerdings sollte sich niemand von der hektischen Hülle täuschen lassen. Ohne Team-Absprache verkohlt sogar das Omelett.

«Overcooked 1- 2», Overtown Games, Team 17, für PS4, Xbox One, Nintendo Switch, PC, USK ab 6.

Sea of Thieves

Wer bei Filmen wie «Fluch der Karibik» oder «Der Rote Korsar» glasige Augen bekommt, sollte sich «Sea of Thieves» merken. Im kooperativen Piratenabenteuer von Rare dürfen Spieler und Spielerinnen im bunten Comic-Look als Freibeuter die Weltmeere unsicher machen. Spannende Seegefechte, Schiffe entern oder packende Schatzsuchen zu Land stehen in dem stürmischen Piratenabenteuer an der Tagesordnung.

Am Beginn der Piratenkarriere steht die Crew. Steuerruder oder Ausguck müssen erstmal besetzt werden, bevor es auf das weite Meer hinausgeht. Der Clou: Nicht nur computergesteuerte Gegner machen die Gegend unsicher. Oft kommt es zu Kämpfen mit anderen menschlichen Piratencrews. Daneben gibt es in zwielichtigen Außenposten Aufträge zu ergattern, um Schätze zu finden oder sogar Hexen aufzuspüren.

Eine durchgehende Story hat das Spiel dagegen nicht. Alle haben nur das Ziel reichlich Beute zu machen und am Ende zur Piratenlegende zu werden. «Sea of Thieves» ist ein Phänomen. Als es 2018 erschien, war die Kritik am geringen Spielumfang und vielen technischen Fehlern groß. Das hat sich das Entwicklungsstudio zu Herzen genommen. An vielen Stellen wurde nachgebessert.

Inzwischen ist das Spiel ein pralles Piratenabenteuer, dass sich in die Herzen von rund 25 Millionen Spielern und Spielerinnen gespielt hat. Damit ist es ein gutes Beispiel für «Games as a Service»: Spiele, die auch noch Jahre nach der Veröffentlichung von den Entwicklern mit Inhalten versorgt werden.

Spielenswert weil: Mit «Sea of Thieves» werden Kinderträume wahr. Mit einer ausgewählten Crew über die Meere segeln, Schiffe entern und die große weite Welt entdecken – selten machte das Piratenleben so viel Spaß wie hier.

«Sea of Thieves», Rare, Microsoft Studios, für Xbox One/Series, PC, USK ab 12.

Monster Hunter: World

In «Monster Hunter: World» ist alles eine Nummer größer: dicke Monster, riesige Schwerter und großes Spektakel. Japanische Spieler und Spielerinnen kennen das Erfolgsrezept aus Monsterjagd und Ausrüstung sammeln schon seit rund zwei Jahrzehnten durch zahlreiche Vorgänger.

Erst mit dem neuesten Ableger «World» schaffte die Reihe aber den Durchbruch im Westen. Mit rund 20 Millionen verkauften Spielen gilt «Monster Hunter: World» als eines der erfolgreichsten Actionrollenspiele der letzten Jahre.

Die Ideenvielfalt der Entwickler kennt keine Grenzen: ehrfurchtgebietende Eisdrachen, gehörnte Bestien, die sich im Wüstensand verstecken oder schwebende Quallen fordern Teamgeist und Können der Jäger.

Bis zu vier Spieler und Spielerinnen ziehen gemeinsam los, um die Monster zu töten oder zu fangen. Statt einfach draufzuhauen, müssen die Jäger erstmal Spuren lesen und Fallen legen bevor sie die riesigen Monster stellen. Ist es endlich erlegt, darf geplündert werden. In Panzer und Klauen stecken wertvolle Rohstoffe, die zu schlagkräftigen Waffen oder Rüstungen verarbeitet werden. Mit der richtigen Ausstattung wachsen die Möglichkeiten, um sich an noch größere Monster zu wagen.

Die Spielwelt ist riesig und die Monster werden schnell zu hartnäckigen Gegnern. Wer sich an die ganz großen Monster herantraut, braucht die perfekte Ausrüstung und die richtige Taktik. Dank vieler Einstiegshilfen werden auch Neulinge schnell zu erfolgreichen Jägern. Ehrgeizige «Monster Hunter» sollten aber viel Zeit und ein eingeschworenes Team mitbringen, um das geheimnisvolle Fantasy-Reich von «Monster Hunter: World» bis in den letzten Winkel zu erkunden.

Spielenswert weil: Echte Teamarbeit ist gefragt, wenn es gegen große Drachen geht. Dank riesigem Spielumfang können sich Monsterjäger über Wochen mit dem Spiel beschäftigen.

«Monster Hunter: World», Capcom, für PS4, Xbox One, PC, USK ab 12.

Von Andreas Müller, dpa